Geboren am 15.12.1978 in Tettnang
1980 wurde die Hörschädigung erstmals diagnostiziert
Am 15.12.1978 wurde ich mit meinem Zwillingsbruder Till in Tettnang geboren. Ich wurde normal geboren, allerdings zu früh in der 30. Schwangerschaftswoche. Nach 4 Monaten kritischem Gesundheitszustand wurde ich nach diversen Operationen aus der Klinik entlassen. Meine Mutter begann sich aber Sorgen zu machen, weil ich nicht bei Geräuschen und auf Rufe reagierte. Termine bei Kinderärzten und HNO-Ärzten folgten – “Entwicklungsverzögerung, bedingt durch langen Krankenhausaufenthalt”, so der Kommentar der Ärzte. Meine an Gehörlosigkeit grenzende Schwerhörigkeit wurde erst nach eineinviertel Jahren an der Uni Tübingen festgestellt. Meine Eltern wurden nach dieser Diagnose an die Gehörlosenschule Wilheimsdorf verwiesen – Kontakt mit einem Lehrer. Er versuchte mir Wörter beizubringen wie Mama, Ball, Papa, etc. Meine Perspektiven damals: Kindergarten, Schule im Internat in Wilheimsdorf.
Nach dem Studium des Buches “Sprich mit mir” nahmen meine Eltern Kontakt zu Frau Schmid-Giovannini auf – sie riet zur Therapie bei Frau Almut Frank (Sprache) und Frau Bischoff-Mushake (Tanz, Rhythmik). Erst mit 4 Jahren begann ich zu sprechen, einzelne Worte – die täglichen Übungen und das Tagebuch erweiterten mein Sprachverständnis – ich besuchte den Dorfkindergarten trotzdem. Bevor ich in die Schule kam, erlernte ich bei Frau Schmid-Giovannini die Grundlagen des Lesens. Ganz wichtig war auch das normale Heranwachsen mit meinen hörenden Geschwistern.
Da meine Eltern ein Internat ablehnten, zogen wir nach München um, wo ich auf die Schwerhörigenschule ging (1985-1990). Hier nahmen wir Kontakt mit Frau Dr. Renner auf, die uns den Kontakt zu Frau Pfafferott ermöglichte. Im Kinderzentrum in München fanden wir kompetente Gesprächspartner, die meine sprachliche Entwicklung nach Kräften unterstützen. In der Grundschulzeit wurde ich zu einer Quasselstrippe – ich war da ein ganz normales Kind: Normale Integration in der Nachbarschaft, Teilnahme in der Hockeymannschaft des TSV Jahn, Klavierunterricht und Lesen.
Da ich in der Schwerhörigenschule unterfordert war, habe ich den Wechsel an das kleine Private Lehrinstitut Derksen 1990 mit Unterstützung geschafft. Dort fühlte ich mich sehr wohl und mein Selbstbewusstsein wuchs, weil ich in dieser normalen Schule selbständiger werden konnte. 1999 bestand ich dort das Abitur. Anschließend absolvierte ich 2 dreimonatige Praktika bei zwei Werbeagenturen, diese mir großen Spaß gemacht haben. Ich werde mich zum Sommersemester 2001 für Kommunikationsdesign an den Fachhochschulen Mainz und Hamburg bewerben.
Meine Ziele für den LKH sind vermehrte Öffentlichkeitsarbeit auf kultureller, sozialer, gesellschaftlicher und politischer Ebene Über die Möglichkeit der lautsprachlichen Erziehung und ihren Aspekten und deren positiven Folgen für die Hörgeschädigten und die Gesellschaft.
Ich werde für den Verein die graphische Umsetzung der Öffentlichkeitsarbeit, der Mitgliederwerbung und des allgemeinen Auftritts übernehmen.
