Ausgangssituation

In den letzten Jahren ist die Anzahl der lautsprachlich kommunizierenden Hörgeschädigten angestiegen. Trotz der weit verbreiteten Meinung, daß Hörgeschädigten nur der Weg zur Gehörlosenkultur über die damit verbundene Gebärdensprache offensteht, wächst die Zahl der lautsprachlich kommunizierenden Hörgeschädigten kontinuierlich.

Einem Großteil der Bevölkerung ist völlig unbekannt, daß von Geburt an gehörlose Kinder die Lautsprache erlernen können.

Die Technik der Hörhilfen, die unabdingbar für die lautsprachliche Erziehung hörgeschädigter Kinder ist, entwickelt sich ständig weiter. Hier ist neben den deutlich leistungsfähigeren Hörgeräten vor allem das Cochlea Implantat zu nennen, das vielen gehörlosen Betroffenen die "Welt der Hörenden" öffnet. Insbesondere Kinder profitieren von der technischen Weiterentwicklung, z. B. auch von verbesserten Hörtestverfahren. Die frühe Erkennung einer vorliegenden Hörschädigung ermöglicht eine früh beginnende lautsprachliche Erziehung und damit verbunden eine weitestgehend natürliche sprachliche aber auch allgemeine Entwicklung des Kindes.

Die lautsprachliche Erziehung hörgeschädigter Kinder wird, von einigen Ausnahmefällen abgesehen, vom Staat nicht optimal gefördert. Das Gesundheits- und das Familienministerium scheinen bisher nicht ausreichend über die Möglichkeiten einer lautsprachlichen Erziehung hörgeschädigter Kinder informiert.

Es gibt zwar Vereine, die sich für die Belange ausschließlich lautsprachlich kommunizierender Hörgeschädigter einsetzen, aber keinen Verein, in dem die Betroffenen selbst vertreten sind.

Am Rande des AVI-Kongresses im Oktober 1999 in Berchtesgaden wurde daher beschlossen, entsprechende Schritte in Richtung Gründung eines derartigen Vereins aufzunehmen.

Aufgaben des Vereins und seine Ziele

Das Hauptanliegen unseres Vereins ist es, Hörgeschädigten eine Integration in die "hörende" Gesellschaft zu ermöglichen bzw. zu erleichtern.

Die wichtigste Aufgabe des Vereins ist daher, die Öffentlichkeit über die Möglichkeiten einer lautsprachlichen Erziehung hörgeschädigter Kinder als Grundlage einer echten Integration zu informieren.

Weitere Aufgaben sind:
  1. Verbesserung der Bedingungen für Hörgeschädigte im Bereich der Hörtechnik durch Erfahrungsberichte,
    • die den Firmen als Anleitung zur Optimierung ihrer Produkte dienen können.
    • die den Akustikern Anregungen zu besseren Anpassungen der Hörhilfen geben können.
  2. Verbesserung der Voraussetzungen im Vorfeld für eine erfulgreiche lautsprachliche Erziehung hörgeschädigter Kinder mittels
    • Screeningverfahren für jedes Neugeborene, um Hörschädigungen so früh wie möglich feststellen zu können.
    • Vertiefung der Zusammenarbeit der HNO- und Kinderärzte, Akustiker, Logopäden und Fachleuten der Hörgeschädigtenpädagogik vor Ort.
    • Aufklärung der HNO- und Kinderärzte über die Möglichkeit einer lautsprachlichen Förderung hörgeschädigter Kinder.
  3. Unterstützung der LKH´ler durch,
    • Informationen und Erfahrungsberichte zur Bewältigung des Alltags in Schule, Studium, Ausbildung, Lehre und Beruf.
    • Freizeiten und Zusammenkünfte.